Risikoverhalten im Jugendalter

Der nachfolgende Blogbeitrag widmet sich der Lebensphase Jugend im Allgemeinen und fokussiert im Speziellen riskante Verhaltenspraktiken, ein ubiquitäres und „kardinales Bestimmungselement“ (Raithel, 2011, S. 9) jener Entwicklungsphase.
Neben der Klärung grundlegender Begriffe und einer Darstellung der für eine Konzeptualisierung der Lebensphase Jugend notwendigen theoretischen Bezüge, werden die relevantesten Risikoverhaltensweisen exemplarisch dargelegt und vor dem Hintergrund möglicher Ansatzpunkte für Interventionen entfaltet. Dabei bezieht sich der Beitrag überwiegend auf die grundlegenden und umfassenden Arbeiten von Jürgen Raithel (2001; 2003a,b,c; 2011).

Lebensphase Jugend

Jugend ist der Lebensabschnitt zwischen Kindheit und Erwachsenenalter, also die Alterskohorte zwischen ca. 13 und 25 Jahren. Menschen in dieser Lebensphase werden Jugendliche genannt, bilden jedoch keine homogene soziale Gruppe (Hurrelmann & Quenzel, 2012), „da die sozialstrukturellen und soziokulturellen Bedingungen des Aufwachsens […] sich in der Gegenwartsgesellschaft so ausdifferenziert [haben], dass Jugend nur im Plural gedacht werden kann“ (Hoffmann & Mansel, 2013, S. 436).
Zur Annäherung an eine Definition der Lebensphase Jugend gilt es den Blick auf die „qualitativ und quantitativ […] sehr heterogene[n] Entwicklungsprozesse“ (Raithel, 2011, S. 14) zu richten. Diese umfassen biologische, psychische und soziale Systemebenen (Krettenauer, 2014). Aus soziologischer Sicht ist „Jugend […] eine biologisch mitbestimmte, aber sozial und kulturell „überformte“ Lebensphase, in der das Individuum die Voraussetzungen für ein selbständiges Handeln in allen gesellschaftlichen Bereichen erwirbt“ (Raithel, 2011, S. 14).
Den Beginn des Jugendalters markiert der Eintritt in die Adoleszenz, ein biologisches Transitorium, welches durchschnittlich bei Mädchen im Alter von 11 Jahren und bei Jungen im Alter von 13 Jahren beginnt und mit der Ausbildung der primären und sekundären Geschlechtsmerkmale (Pubertät) sowie verstärktem Größenwachstum verbunden ist (Steinberg, 2005; Tanner & Whitehouse, 1976). Die darauffolgenden Jahre der mittleren Adoleszenz (15-17 Jahre) sind von zunehmenden Anforderungen durch die Gesellschaft geprägt (Entwicklungsaufgaben). Zugleich beginnt ein Entkopplungsprozess von den primären Bezugspersonen (Individuation) bei zunehmender Relevanz der Peer-Group und (Jugend-)Subkulturen. Aufgrund der weiteren Ausdehnung der Jugendphase durch die Verlängerung der Bildungszeit in das frühe Erwachsenenalter (ca. 18-25 Jährige, „Postadoleszenz“; Baacke, 1987), ist eine exakte Festlegung der Zeitspanne der Lebensphase Jugend nicht möglich. Die Abnahme kollektiver Stabilität durch den Wegfall traditioneller Verbindlichkeiten im Kontext zunehmender gesellschaftlicher Pluralisierung gefährdet dabei laut Raithel (2011, S. 18) das “Entwicklungsziel einer gelungenen Identitätsfindung” bzw. die Ausbildung einer Ich-Identität sensu Erikson (1959).
Dieser beschreibt den Lebenszyklus des Menschen in acht Stadien, die ein Individuum durchläuft. Dabei ist jedes Stadium durch phasenspezifische, psychosoziale Krisen und Anforderungen geprägt, deren Lösung zum Fortschreiten innerhalb der Entwicklungsphasen führt (Erikson, 1973). Die psychosozialen Krisen „werden als eine Reihe von Alternativen in der Grundeinstellung bezeichnet“ (Rotter & Hochreich, 1979, S. 47). So ist das Stadium der Adoleszenz (Phase V) durch den Konflikt „Identität gg. Identitätsdiffusion“ (Erikson, 1973, S. 151) geprägt, dessen verzögerte Bewältigung zu einem psychosozialen Moratorium führen kann. Nach Raithel ist die „explizite Gegenwartsorientierung mit einer starken Abgrenzung von der älteren und einer verstärkten Hinwendung zur altershomogenen Generation“ (2011, S. 19) kennzeichnend für das Moratoriumskonzept. Dieses grenzt sich von einer rein transitorischen und damit eher defizitorientierten Sichtweise der Adoleszenz ab, die deren Zweck in der „Assimilation an die Erwachsenengeneration“ (ebd.) ausmacht.
Auch der Gesetzgeber rekurriert auf den Reifegrad heranwachsender Menschen und definiert Jugendliche im Sinne des bundesdeutschen Jugendschutzgesetzes als „Personen, die 14, aber noch nicht 18 Jahre alt sind“ (§1 Abs. 1 S. 1 JuSchG). Auch in anderen Gesetzen wird zum Teil auf biologische Reifegrade Bezug genommen und implizit die Setzung von Entwicklungsaufgaben vorgenommen (Tabelle 1)

Alter
Befähigung/Erlaubnis/Mündigkeit/Pflichten
10 JahreRecht auf Anhörung vor Religionswechsel
12 JahreBeschränkte Religionsmündigkeit.
14 JahreBesuch von Filmen und anderen öffentlichen Veranstaltungen bis 22 Uhr; volle Religionsmündigkeit;
bedingte Strafmündigkeit; Mitbestimmungsrechte z. B. bei der Wahl des Berufes, bei der Zugehörigkeit zu einem Elternteil im Scheidungsfall, bei einer vorgesehenen Operation (im medizinischen Bereich)
15 JahreEnde der normalen Schulpflichtzeit; Beginn der Berufsschulpflicht; aktives und passives
Wahlrecht von Auszubildenden bei Wahlen von Jugendvertretungen in Betrieben.
16 JahreBedingte Ehemündigkeit; Eidesfähigkeit; Fahrerlaubnis Klasse 1b, 4 und 5; Pflicht zum Besitz eines Personalausweises; Aufenthalt in Gaststätten ohne Erziehungsberechtigten bis 24 Uhr sowie Teilnahme an Film- und Tanzveranstaltungen bis 24 Uhr; Ende der Schulpflicht (nach zehn Jahren); Konsum und Verzehr alkoholischer Getränke (allerdings Verbot branntweinhaltiger Produkte).
18 JahreVolljährigkeit (vgl. § 2 BGB); volle Ehemündigkeit; volle Geschäftsfähigkeit; Ende der Vormundschaft oder Pflegschaft wegen Minderjährigkeit; Adoption ohne Einwilligung der (leiblichen) Eltern möglich; selbstständige Wahl des Wohnsitzes; aktives und passives Wahlrecht für Bundestag und Landtag wie für die Gemeindevertretung (für Bundestag vgl. Art. 38 GG); Europaparlamentswahlrecht; volle Strafmündigkeit (mit Einschränkungen);
Ende der Berufsschulpflicht (mit Ausnahme je nach Bundesland); Tabakkonsum erlaubt.
21 JahreEnde der Möglichkeit, Jugendstrafrecht anzuwenden (vgl. § 10 StGB); Ende der Möglichkeit, Hilfen nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz zu beanspruchen (Ausnahme: begründete Einzelfälle; offene und verbandliche Jugendarbeit).
24 JahreEnde der Möglichkeit, den Jugendstrafvollzug anzuwenden.
25 JahreAnnahme eines Kindes möglich (Differenzierungen in § 1743 BGB).
27 JahreEnde der Leistungsberechtigung nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGB).

Entwicklungsaufgaben

Nach Havighurst (1948) sind Entwicklungsaufgaben Anforderungen, die sich zu verschiedenen Lebenszeitpunkten eines Individuums stellen und deren nicht gelingende Bewältigung zu gesellschaftlicher Ablehnung und Schwierigkeiten bei der Bewältigung späterer Entwicklungsaufgaben führt.

A developmental task is a task which arises at or about a certain period of life of the individual, successful achievement of which leads to his happiness and to success with later tasks, while failure leads to unhappiness in the individual, disapproval by the society, and difficulty with later tasks.“ (Havighurst (1948, S. 1)

Havighurst (1974 nach Raithel 2011, S. 63) formulierte in Anlehnung an Eriksons Identitätstheorie acht Entwicklungsaufgaben (bezogen auf Jugendliche in den USA), die im Sinne gesellschaftlich-normativer Anforderungen zur erfolgreichen Lebensgestaltung zu bewältigen seien: (1) Aufbau neuer und reifer Beziehungen zu Gleichaltrigen beiderlei Geschlechts, (2) Erwerb emotionaler Unabhängigkeit von den Eltern und anderen Erwachsenen, (3) Erwerb der männlichen und weiblichen Geschlechtsrolle, (4) Akzeptieren der eigenen körperlichen Erscheinung und effektive Nutzung des Körpers, (5) Vorbereitung auf Heirat und Familienleben, (6) Vorbereitung auf eine berufliche Karriere, (7) Erwerb des Normen- und Wertesystems und Entwicklung eines ethischen Bewusstseins als Verhaltensorientierung, sowie (8) Erwerb eines sozial verantwortlichen Verhaltens.
Aufgrund ihrer Normativität sind die von Havighurst formulierten Entwicklungsaufgaben der zeitgeistigen Dynamik der Geschichte ausgesetzt. Folglich wurden von mehreren Autoren Modifikationen und Aktualisierungen vorgenommen; Entwicklungsaufgaben und –themen auch für postadoleszente Lebensphasen formuliert (Dreher & Dreher, 1985; Oerter, 1986). Raithel (2011) fasst aus deren Arbeiten die folgenden Entwicklungsaufgaben als gegenwärtig konstitutionell zusammen (Tabelle 2).

Zentrale Entwicklungsaufgaben sensu Raithel (2011, S. 64)

Entwicklungsaufgaben in der Adoleszenz

  1. Die Ablösung von den Eltern und der Aufbau eines autonomen sozialen und emotionalen (Bindungs-) Verhaltens.
  2. Der Aufbau eines eigenen Werte- und Normensystems sowie eines politischen und ethischen Bewusstseins.
  3. Die Erweiterung der intellektuellen Kompetenzen und der Aufbau schulischer und berufsvorbereitender Qualifikationen, um in das Beschäftigungssystem einzutreten und somit eine ökonomische Unabhängigkeit zu erlangen.
  4. Die Bewältigung veränderter Körpererfahrungen, Akzeptanz der körperlichen Erscheinung und Entwicklung der eigenen Geschlechtsrolle mit der Intention, den eigenen Körper effektiv und souverän zu nutzen.

Konzeptionen und Formen des Risikoverhaltens

Risiko

Das Wort Risiko „speist sich nicht nur historisch aus unterschiedlichen geistigen und lebensweltlichen Quellen“ (Banse & Bechmann, 1998, S. 7), sondern ist auch Gegenstand verschiedener wissenschaftlicher Definitionen mit differierenden Konnotationen. Vor dem Hintergrund seiner Einführung in die soziologische Theoriebildung (Risikoforschung) kritisierte Luhmann (1990) die mangelnde etymologische Eindeutigkeit und fehlende geschichtliche Aufarbeitung des Begriffs, stünden doch Worte wie „Gefahr, Unsicherheit, Zufall und in bezug [sic!] auf Entscheidungsverhalten […] virtù [und] fortitudo“ (S. 132) zur Verfügung.

Als Ursprung der wissenschaftlichen Verwendung des Risikobegriffs macht Raithel (2011) die mikroökonomische Theorie der rationalen Wahl (Knight, 1921) aus, die Risiko vor allem im Kontext von Wahlentscheidungen betrachtet.

Banse und Bechmann (1998) unterscheiden vier Topoi der Risikoforschung: (1) Risikowahrnehmung und –identifizierung, (2) Risikoanalyse und –abschätzung, (3) Risikobewertung und –entscheidung, sowie (4) Risikomanagement.

Abzugrenzen ist der Risikobegriff von Gefahr, einer subjektunabhängigen Bedrohung, die grundsätzlich negativ bewertet wird. Risikoverhalten wird demgegenüber als eine mit Schädigungspotential gegenüber dem Subjekt oder seiner Umwelt verbundene Aktivität verstanden, die jedoch ergebnisoffen; abhängig von vorhandenen Kompetenzen kontrollierbar und folglich auch mit Chancen verbunden ist (Raithel, 2011).
Hierbei gilt es zwischen temporalen und intentionalen Ebenen des Schädigungspotentials zu unterscheiden. So kann die Verhaltensintention auf die Umwelt oder den Menschen gerichtet sein, wobei bezogen auf den Menschen zwischen gesundheitlichem, juristischem und finanziellem Schädigungspotential zu unterscheiden ist. Die temporale Dimension bezieht sich auf den Zeitpunkt des Eintritts einer potentiellen Schädigung (Raithel, 2011).

Risikoverhalten

In der Auseinandersetzung mit riskanten Verhaltensweisen wird häufig auf objektivierbare, gesundheitsepidemiologische Befunde Bezug genommen, wobei Raithel (2011) aus der Schädigungsperspektive vier prototypische Risikoverhaltensformen innerhalb der phänomenologischen Spannbreite identifiziert: (1) gesundheitlich-körperliche, (2) delinquente, (3) finanzielle und (4) ökologische.
„Risikoverhalten gilt […] als ein unsicherheitsbezogenes Verhalten, das zu einer Schädigung führen kann und somit eine produktive Entwicklung – in Bezug auf die Entwicklungsziele Individuation und Integration – gefährdet.“ (Raithel, 2011, S. 26). Der Begriff deckt sich stark mit dem psychologisch-psychiatrischen Begriff des Problemverhaltens, ist jedoch weniger moralisierend (ebd.). Die Frage, ob ein individuelles Verhalten als Risikoverhalten zu klassifizieren sei, lässt sich jedoch nicht allein durch die Übertragung populationsbezogener Gefährdungswahrscheinlichkeiten beantworten.
Nach Jerusalem (1997) wird jugendliches Risikoverhalten weniger durch gesundheitsbezogene Kognitionen als durch „psychosoziale Funktionalität“ in Bezug auf die Bewältigung des alltäglichen Lebens gesteuert; sei somit eher als Sozialverhalten denn Gesundheitsverhalten zu betrachten.
Eine hinsichtlich der Funktion bezüglich der Entwicklungsziele Individuation und Integration qualitative Unterscheidungsdimension besteht nach Raithel (2003a; 2011, S. 31) zwischen Risikoverhalten in Verbindung mit psychoaktiven Substanzen („risk-behavior“) und „explizit risiko-konnotativen Aktivitäten“ („risk-taking behavior“) wie z.B. riskanten Mutproben, wobei letztere mit einer erhöhten Bewusstheit gegenüber potentiellen Folgeschäden verbunden sind.
Unabhängig vom objektiven Risiko einer Verhaltensweise spielt die psychometrisch erfassbare Risikowahrnehmung (Slovic, 1987) zur Selbsteinschätzung eines Individuums eine elementare Rolle. Diese konstituiert sich als Funktion „perzipierter Bedeutsamkeit eines Ereignisses und dessen perzipierter Eintrittswahrscheinlichkeit“ (Schwarzer, 1997, S. 44). Entscheidend sind dabei subjektive Überzeugungen, die auf Informationen zu negativen und positiven Konsequenzen des Verhaltens, der Einschätzung der eigenen Vulnerabilität und dem Vergleich des eigenen Handelns mit der Peer-Group gründen (ebd.). Raithel (2011, S. 25) weist dabei auf die bedeutsame Rolle des „optimistischen Fehlschlusses“ (optimism bias) hin, der „zwar eine Reduktion von Angst und das beruhigende Gefühl der Nichtbetroffenheit [bewirkt], […] aber auch zu einer geringeren präventiven bzw. vermeidenden Handlungsbereitschaft [führt].“

Funktionalisierung von Risikoverhalten

Am Beispiel des Konsums psychoaktiver Substanzen exempliert Raithel (2011; ausgehend von Silbereisen & Reese, 2001 ) die Möglichkeit, Risikopraktiken zur Bewältigung von Entwicklungsaufgaben zu funktionalisieren.

„Jugendliche nutzen Risikoverhaltensweisen als greifbare und öffentlich zugängliche Requisiten der Identitätsbildung.“ (Raithel (2011, S. 66)

Risikoverhalten kann dabei „mit einer Fülle von instrumentellen und expressiven Bedeutungsinhalten verbunden werden“ (Raithel, 2011, S. 65). Neben Bewältigung ist auch die Kompensation von Belastung eine der vielfältigen, meist gegenwartsbezogenen Funktionsaspekte. Im Falle des genannten Beispiels kann auch das Erlernen eines selbständigen und mündigen Umgangs mit verbreiteten und als riskant geltenden Verhaltensweisen, wie dem Gebrauch (legaler) psychoaktiver Substanzen, als eigenständige Entwicklungsaufgabe betrachtet werden (ebd.).

EntwicklungsaufgabenFunktionen des Risikoverhaltens (Beispiel)
Wissen, wer man ist und was man willSuche nach grenzüberschreitenden Erfahrungen und Erlebnissen
Aufbau von Freundschaften, Aufnahme intimer BeziehungenKontaktaufnahme mit gegengeschlechtlichen Peers
VerselbständigungUnabhängigkeit von Eltern demonstrieren
LebensgestaltungTeilhabe an einem spezifischen Lebensstil
Eigenes Wertesystem entwickelnMissachtung gesellschaftlicher Normen und Konventionen -> Ausdruck sozialen Protests
EntwicklungsproblemeStress- und Gefühlsregulation

Geschlecht und Milieu

Betrachtet man den deutschsprachigen Diskurs zu gesundheitsriskantem Verhalten Jugendlicher, so ist eindrücklich, dass die insbesondere zur Gestaltung präventiver Maßnahmen elementare Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Unterschiede im Gesundheits-, Krankheits- und Risikoverhalten, sowie deren teilweise Rückführbarkeit auf soziale Konstruktion („doing gender“), erst durch Arbeiten von z.B. Kolip (1999; 2002) dauerhaft etabliert wurde.

„Für die Konzeption von Präventionsmaßnahmen ist [sic!] daher wichtig, die Bedeutung von gesundheitlichem Risikoverhalten für die Konstruktion von Weiblichkeit und Männlichkeit ernst zu nehmen und das Geschlecht als zentrale Variable bei der Entwicklung von Präventionsangeboten in den Vordergrund zu rücken.“ (Kolip 2002, S. 885)

Risikoverhalten bietet sich demnach in zwei Formen dar, wobei im hiesigen Kulturraum (1) internalisierendes Verhalten eher Mädchen und (2) externalisierendes Verhalten eher Jungen zugeschrieben wird (Kolip, 2002). Diese Unterschiede sind nach Raithel (2011) dabei Ausdruck der sozialisatorischen Identitätsentwicklung im Kontext eines auf Zweigeschlechtlichkeit ausgerichteten Gesellschaftssystems.
In der Taxonomie psychodiagnostischer Systeme wird ebenfalls zwischen diesen zwei Polen unterschieden, „so zeigen sich bei Jungen durchgehend höhere Raten von hyperkinetischen Störungen, dissozialen Störungen, Störungen durch Substanzgebrauch sowie monosymptomatischen Störungen wie Tics und Enkopresis, während Mädchen höhere Raten von Essstörungen und psycho-somatischen Störungen aufweisen“. Bedeutsam ist hier die Erkenntnis, dass „bis zum Alter von 13 Jahren […] höhere Gesamtprävalenzen bei Jungen gefunden [werden], wogegen im Zuge der Adoleszenz eine Angleichung der Raten erfolgt“ (Wolfgang Ihle & Günter Esser, 2002, S. 166). Nach Kolip (2002) sprechen diese Befunde für die zunehmende Bedeutung sozial konstruierter Aneignungen von Weiblichkeit und Männlichkeit durch Jugendliche in der Adoleszenz.
Raithel fasst aus einer ambivalenten moralischen Position, also ohne grundsätzlich pathologisierende Sichtweise folgende Beispiele als prototypisch für innen- und außen gerichtete Verhaltensweisen zusammen (Tabelle 4).

 Prototypische Risikoverhaltensweisen (Beispiele)Körperkonzept
Innengerichtete RisikoverhaltensweisenMedikamentenkonsum (Sedativa), Suizidalität, problematisches ErnährungsverhaltenIntegratives Körperkonzept
Außengerichete RisikoverhaltensweisenKonsum von Alkohol und anderen Drogen, Gewalthandeln, Kriminalität, Risikosport, riskantes VerkehrsverhaltenInstrumentelles Körperkonzept

Hinsichtlich des frühkindlichen Erlernens von externalisierenden Verhaltensweisen wie Gewalthandeln sowie dessen Habitualisierung im Verlauf der Adoleszenz, weisen Hodges, Card und Isaacs (2002) auf die formative Bedeutung von Familie und Peergroup hin. So konnte bezüglich der Gewalterfahrung von Kindern und Jugendlichen gezeigt werden, dass soziodemographische und sozioökonomische Merkmale wie z.B. Migrationserfahrung, sozioökonomischer Status und Schultyp, Indikatoren für die Gewaltbelastung sind (Schlack & Hölling, 2007). Diese Erkenntnis ist vor dem Hintergrund der Gestaltung präventiver Maßnahmen bedeutsam, da nicht nur Geschlechtssensitivität, sondern auch die Berücksichtigung von milieuspezifischen Faktoren angezeigt ist.

Risikoverhaltenstypen

Innerhalb der Spannbreite möglicher Risikoverhaltenstypen wird zwischen (1) gesundheitlich-körperlichem, (2) delinquentem, (3) finanziellem und (4) ökologischem Risikoverhalten unterschieden. Trennscharfe Abgrenzungen zwischen den definierten Teilbereichen sind aus Schädigungsperspektive nicht grundsätzlich möglich, da z.B. Mutproben im Straßenverkehr sowohl gesundheitliche, rechtsnormbezogene, finanzielle und ökologische Folgeschäden bewirken können.

RisikoverhaltenstypenMögliche SchädenHauptsächliche Handlungsfelder
Gesundheitliches RisikoverhaltenLebensbedrohung, Unfall; Verletzung, Krankheit, TodErnährung, Straßenverkehr, Lärm, Sexualität, Gewalt, Sport, Hygiene, psychoaktive Substanzen, Mutproben, Suizid
Delinquentes RisikoverhaltenSanktion, StrafmaßnahmeStraßenverkehr, psychoaktive Substanzen, (sexuelle) Gewalt, Eigentumskriminalität, Mutproben
Finanzielles RisikoverhaltenFinanzielle Verpflichtung, Verschuldung, PfändungWarenkonsum, Glücksspiel.
(Psychoaktive Substanzen, Straßenverkehr, Sexualität, Gewalt- und Eigentumskriminalität)
Ökologisches RisikoverhaltenVerschmutzung, ZerstörungStraßenverkehr, Freizeitsport, Müllentsorgung

Gesundheitliches Risikoverhalten als Teilaspekt gesundheitsrelevanten Verhaltens schließt bei einem biopsychosozialen Gesundheitsbegriff alle menschlichen Verhaltensbereiche ein. Dem gesundheitsrelevanten Verhaltensspektrum werden dennoch insbesondere mit somatischen Risiken assoziierte Verhaltensweisen zugeschrieben. Dabei stehen im Kontext Prävention und Gesundheitsförderung im Jugendalter insbesondere die Aspekte Ernährung, körperliche Betätigung, Sexualität, Hygiene, Gewalt und psychoaktive Substanzen im Vordergrund (Jerusalem, Klein-Heßling & Mittag, 2003; Raithel, 2003a). Als Herausforderung gilt dabei die Schaffung eines Bewusstseins für langfristige Folgen von akut wenig riskantem Verhalten zu schaffen, denn für „viele Jugendliche zählt nur das ,,Hier und Jetzt“ und es wird ausschließlich der vordergründige Nutzen des Verhaltens gesehen, ohne dabei die negativen Folgen in den Blick zu rücken, weil unmittelbare Beeinträchtigungen für sie (noch) nicht zu spüren sind“ (Raithel, 2011, S. 36).
Delinquentes Verhalten Jugendlicher ist im Gegensatz zu gesundheitsriskantem Verhalten exakt durch geltende Rechtsnormen definiert. Die zivil- oder strafrechtliche Abweichung (Delikt) wird der Kriminalität zugerechnet und dokumentierte Fälle werden kriminalstatistisch erfasst (Walter & Neubacher, 2011). Die kriminologische Verlaufs- und Dunkelfeldforschung zeigt, dass die Mehrheit der Fälle auf Mehrfachtäter zurückgeht (Thomas & Stelly, 2008). Geringe Straftaten im Jugendalter können aufgrund der Verbreitung und Episodenhaftigkeit als normales Verhalten angesehen werden, „das bei funktionierender sozialer Kontrolle zu einer konformen Normensozialisation wesentlich beiträgt“ (Raithel, 2011, S. 38).

“[…] few adolescents report participation in many delinquent activities, a significant proportion of adolescents report participation in at least one delinquent activity, with a minority of adolescents reporting high levels of delinquent involvement.” Haynie (2002, S. 124)

Aus entwicklungspsychologischer Perspektive nimmt die Peer-Group im Verlauf der Adoleszenz bei der Normensozialisation eine zunehmend bedeutsame Rolle ein, die sich sowohl positiv wie auch negativ, „the proportion of delinquent friends is the most important aspect of peer influence“ (Haynie, 2002, S. 124), auf das rechtsnormbezogene Verhalten auswirken kann.

Erklärungsmodelle zu Ursprung und Verlauf von Risikoverhalten

Eine Vielzahl von Theorien und Erklärungsmodellen zu Ursprung und Verlauf jugendlichen Risikoverhaltens wurden postuliert. Dabei kann gemäß einer ökosystemischen Sichtweise zwischen biologisch-personenzentrierten (Mikroebene) und sozialpsychologischen (Meso- und Makroebene) Ansätzen unterschieden werden (Raithel, 2011). Als Referenzrahmen zur Erklärung jugendlichen Risikoverhaltens dienen häufig gesundheitspsychologische Theorien. Im Folgenden seien die biopsychologische Perspektive von Steinberg (2005) und das Integrative handlungstheoretische Mehrebenenmodell von Raithel (2011, S. 115), welches Risikoverhalten als „multifaktorielles Wirkungsgefüge aus vier Einflusskomplexen versteht“, exemplarisch dargelegt.

Individualtheoretische Perspektive

Aus Perspektive von Steinberg (2005) sollte der Ausgangspunkt grundsätzlicher Überlegungen zu jugendlichem Risikoverhalten aufgrund der neurowissenschaftlichen Erkenntnisse der vergangenen Jahre immer eine biopsychologische sein, da in der Pubertät kognitive und affektive Funktionssysteme des Gehirns, insbesondere des ventromedialen präfrontalen Cortex (vmPFC), in unterschiedlichen Zeitfenstern und aufgrund sowohl gemeinsamer als auch unabhängiger biologischer Prozesse stattfinden, die eine Reorganisation der Selbstregulationsfähigkeit bewirken und mit Veränderungen in Urteilsfähigkeit und Verhalten sowie erhöhter Vulnerabilität gegenüber der Entwicklung emotionaler und behavioraler Probleme einhergehen.

„Several aspects of development during this period are especially significant in this regard, among them: the role of puberty in a fundamental restructuring of many body systems and as an influence on social information-processing; the apparent concentration of changes in the adolescent brain in the prefrontal cortex […] together with the enhanced interregional communication between the prefrontal cortex and other brain regions; and the evidence for substantial synaptic pruning and for non-trivial physiological reversibility of behavioral and neuroendocrine patterns arising from early developmental experiences.” (Steinberg, 2005, S. 73)

Der Beginn des Entwicklungsprozesses ist durch das Eintreten in die Pubertät markiert und vollzieht sich bis in die späte Adoleszenz; wird durch die Ausreifung des vmPFC abgeschlossen (Abbildung 1).

Risiko-konnotierte Verhaltensweisen und Vulnerabilität im Kontext verschiedener Phasen der Adoleszenz (übersetzt Steinberg, 2005, S. 70)

Risiko-konnotierte Verhaltensweisen und Vulnerabilität im Kontext verschiedener Phasen der Adoleszenz (übersetzt Steinberg, 2005, S. 70)

Während dieser Entwicklungsphase zeigen sich Jugendliche hinsichtlich ihrer psychosozialen Kapazität sehr durch Peers beeinflussbar: “[…] the presence of peers makes adolescents and youth, but not adults, more likely to take risks and more likely to make risky decisions“ (Gardner & Steinberg, 2005, S. 634). Diese Erkenntnis sollte einerseits Gegenstand von präventiven Sensibilisierungsstrategien sein, bietet andererseits einen Ansatzpunkt, um im Sinne der Sozial-kognitiven Lerntheorie Verhaltensänderungen gezielt durch den Einsatz von Peers anzuregen.

Integratives handlungstheoretisches Mehrebenenmodell

Auf Basis der vier Systemkategorien Bronfenbrenners ((1) Mikro-, (2) Meso-, (3) Exo- und (4) Makrosystem, 1979) beschreibt Raithel (2011) ein sowohl individualtheoretische als auch handlungstheoretische Annahmen integrierendes Mehrebenenmodell jugendlichen Risikoverhaltens, welches nicht nur vom „Bedingungskomplex Individuum, Lebensstil/Milieu und Gesellschaft ab[hängt], sondern […] auch wesentlich mit der Gelegenheitsstruktur verbunden [ist]“, welche sich u.a. aus „materielle[n] Umweltbedingungen, volitive[r] Gruppensituationen oder Peer-Pressure-Effekte[n]“ konstituiert (Raithel, 2011, S. 115).
Ausgehend von Colemans (1987) Arbeiten zur Relationalität sonst dichotomer Systemebenen, spezifiziert Raithel im Sinne von Esser (1993, S. 94ff.) einen explanatorischen Dreischritt. In der (1) Logik der Situation wird ein Zusammenhang zwischen Makro-, Meso- und Mikroebene hergestellt; soziale Strukturen und Situationen wirken formativ für subjektives Handeln. In der (2) Logik der Selektion wird ein Zusammenhang „zwischen Lebensstil, biopsychologischem System, Einstellungen, Erwartungen, Bewältigungsstrategien, Verhaltenskontrolle, Verhaltensabsichten und konkretem Verhalten“ (Raithel, 2011, S. 118) hergestellt, wobei die Verbindung der Elemente auf der Mikroebene über das Modell des geplanten Verhaltens vollzogen wird. Zuletzt werden individuelle Handlungseffekte mittels der (3) Logik der Aggregation mit kollektiven Folgen verknüpft und somit eine deduktive Verbindung zwischen allen Systemebenen generiert.

Integratives handlungstheoretisches Mehrebenenmodell (sensu Raithel, 2011, S. 118)

Integratives handlungstheoretisches Mehrebenenmodell (sensu Raithel, 2011, S. 118)

Als Stärke des metatheoretischen Modells kann die Integration von sowohl Struktur- als auch Prozesselementen betrachtet werden. Kritisch, so bemerkt auch Raithel selbst, erscheinen hingegen die Anforderungen an die methodische Umsetzung des Modells, da ein hoher „Grad an Spezifikation und Operationalisierungsgenauigkeit der einzelnen empirischen Elemente“ verlangt wird. Zudem müssen entsprechend der eingebetteten Theorie des geplanten Verhaltens „Einstellungs-, Norm-, Verhaltenskontroll- und Absichtsvariablen“ (2011, S. 120) erhoben werden. Insgesamt verschafft es einen Gesamtüberblick über das Phänomen Risikoverhalten. Es bleibt abzuwarten, ob es sich als methodisches Instrument zu dessen Beforschung durchsetzen wird.

Zusammenfassende Bemerkungen

Risikoverhalten in der Lebensphase Jugend ist ein multifaktoriell determiniertes, ubiquitäres und im Kontext einer gelingenden Bewältigung von Entwicklungsanforderungen auch funktionales Verhalten, welches jedoch ebenso schwerwiegende Folgen für das Individuum, insbesondere bei maladaptiver Habituation auch für die Gesellschaft, zeitigen kann. Ebenso wie andere komplexe Zusammenhänge ist eine einführende Darstellung des Phänomens und seiner determinierenden Faktoren im Rahmen eines Blogbeitrages nicht ohne Auslassungen und Selektionsentscheidungen möglich. So wurden z.B. die Frage nach der Bedeutung von Peer-Status und Peergruppe für die soziale Entwicklung und die Unterschiede von symmetrischen und asymmetrischen Beziehungen im Jugendalter nicht weiter verfolgt.

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